Das Landgericht München entscheidet zugunsten der GEMA. Für die Musikbranche ist das ein wichtiges Signal.
München (map) - Das Landgericht München hat im Rechtsstreit zwischen der GEMA und dem KI-Musikunternehmen Suno weitgehend zugunsten der Verwertungsgesellschaft entschieden. Suno darf bestimmte urheberrechtlich geschützte Musikwerke künftig nicht ohne Zustimmung vervielfältigen oder für das Training seines KI-Modells verwenden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Im Zentrum des Verfahrens standen sechs bekannte Songs: "Atemlos", "Daddy Cool", "Rasputin", "Big in Japan", "Forever Young" und "Mambo No. 5". Die GEMA warf Suno vor, geschützte Musik ohne Lizenz für das Training seiner generativen KI verwendet zu haben. Suno bestreitet ein direktes Kopieren der Werke. Im Verfahren räumte das Unternehmen allerdings ein, unter anderem "Forever Young" während der Entwicklungsphase verwendet zu haben.
Die entscheidende Frage war damit: Darf ein KI-Unternehmen urheberrechtlich geschützte Musik einfach zum Trainieren seines Modells verwenden oder braucht es dafür eine Lizenz? Das Münchner Gericht beantwortete diese Frage im konkreten Fall zugunsten der GEMA. Neben dem Verbot muss Suno außerdem Informationen über entsprechende Gewinne offenlegen. Über mögliche Schadensersatzzahlungen ist damit allerdings noch nicht endgültig entschieden.
Für die GEMA ist das ein weiterer Erfolg im Kampf um die Rechte von Musikschaffenden. Bereits im November 2025 hatte die Verwertungsgesellschaft vor demselben Gericht gegen OpenAI gewonnen. Auch dieses Urteil ist noch Gegenstand eines Berufungsverfahrens.
Ein wichtiger Etappensieg
Trotzdem sollte man das Suno-Urteil nicht vorschnell zur großen Revolution im KI-Urheberrecht erklären. Es ist ein wichtiges Signal, weil Rechteinhaber damit zeigen, dass sie die Nutzung ihrer Werke durch KI-Unternehmen nicht einfach hinnehmen. Gleichzeitig ist der Weg lang: Suno ist nur eines von zahlreichen Unternehmen, die ihre Modelle mit riesigen Mengen an Musik trainieren. Und selbst wenn ein Gericht heute die Nutzung bestimmter Werke untersagt, sind die entsprechenden Daten möglicherweise längst in bestehenden Modellen und Datenbeständen verarbeitet.
Die GEMA setzt deshalb nicht ausschließlich auf Verbote. Sie will KI-Anbieter vielmehr über Lizenzmodelle an der Nutzung geschützter Musik beteiligen und damit eine Vergütung für die Kreativen etablieren. Ende 2024 stellte sie dafür bereits ein eigenes KI-Lizenzmodell vor: inzwischen bietet sie mit "PLAI by GEMA" auch einen Datensatz für KI-Training mit rechtlich geklärten Inhalten an.
Wie soll ein faires System für KI-Musik also aussehen, wenn Rechteinhaber ihre Werke schützen wollen, KI-Unternehmen Zugang zu möglichst großen Datenmengen brauchen und die Musik, um die es geht, längst Teil dieser Systeme ist?

8 Kommentare mit 81 Antworten
Das Problem ist nicht KI, das Problem ist Kapitalismus.
Exakt. AI ist nicht ein neues Problem aus dem Nichts, sondern die logische Fortsetzung uralter Geschäftspraktiken einer kaputten Branche. So wie es vorher bei Streaming oder "Raubkopien" schon war, kämpfen GEMA und Labels hier rein gar nicht für "die Kunst" oder "die Kreativen", sondern ausschließlich um einen größeren Teil des Kuchens für ihre Unternehmen.
Ist halt auch hart, wenn SUNO zB in der Lage ist, zB ein Mark-Forster-Album in ca. 2 Stunden besser zu schreiben, als die 20 Co-Autoren die das sonst machen.
Suno bietet generell die Möglichkeit, dass die Barrieren für die Hürden der Musikschaffung fallen und etwa kreative Texter ihre Ideen ohne große Budgets umsetzen können, indem sie eigene Texte in die KI eingeben und stimmige Songs erstellen. Ob das jetzt schlimmer als die ganzen Industry Plants ist, wo 10 Texter mitwirken und das Endprodukt nichtmal gut ist, sei dahin gestellt. Durch Streaming, TikTok etc schafft die Musikindustrie sich ohnehin ab, sodass der „Produktlebenszyklus“ der Künstler ohnehin immer kürzer wird & in letzter Konsequenz sich Hörer nicht mehr für die Artists hinter dem Song interessieren, sodass selbst KI-Künstler diese ersetzen können. Ich bin eher für eine bleibende Liberalisierung des ganzen. Sollen doch einzelne Kreative den Labels und deren uninspirierten Artists das Wasser abgraben. Kreative Musik wird immer bestehen und Müll kämpft gegen Müll. Thats it.
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Telefon, Gas, Elektrik
Unbezahlt, und das geht auch...
Wenn sich jeder Suno-Prompter Musiker nennt, dann ist das schon schlimm.
Wenn in der Kantine die Pommes alle sind, das ist schlimm.
Ich bin eher dafür, dass wir Slop-"Künstler" gesetzlich dazu verpflichten, ihren Slop als solchen kenntlich zu machen und grundsätzlich zu bestimmen, dass sie keine Einnahmen mit ihrem Slop generieren können. Und wenn sie lügen sollten und ihr Slop als solcher nachgewiesen wird, dass sie dafür hohe Geldstrafen zahlen müssen.
Weil es kann nicht sein, dass Menschen wie ich und viele andere, die jahrelang Arbeit reininvestiert haben, Musik auf eine theoretische und handwerkliche Art zu erlernen und sie zu perfektionieren, deren Material nachweislich zum Training der KI-Modelle gegen deren Wissen und Willen verwendet wird, von so ignoranten und unwissenden Stiefelleckern wie dir gesagt bekommen, dass "DiE tEcHnIsChE ReVoLuTiOn uNvErMeidLiCH sEi".
Und dann auch noch etwas von "Barrierefreiheit" labern, ich könnte kotzen. Als ob die Messlatte nicht schon tief genug ist mit Produzenten, die sich all ihre Samples von Splice runterladen und im besten Fall nur ihre Drumloops drunterlegen. Aber selbst das erfordert immer noch mehr eigenes Denken als einen Text in eine Maske einzugeben und alles andere dem örtlichen Wasserverdampfer zu überlassen.
Alles nur, weil du zu faul bist, dir eine vernünftige DAW runterzuladen und ein paar YouTube-Tutorials anzusehen. Oder zu faul bist, ein Instrument in die Hand zu nehmen und mal die ersten quälenden Monate erträgst, wo es schlecht klingt. Oder zu feige bist, deinen Mut zusammenzunehmen und in der Wohnung laut und schief zu singen, solange, bis du die Töne endlich triffst.
Du bist kein Befreier, wenn du Suno verwendest. Du hängst nuckelnd an der Zitze von Unternehmen, die geistiges Eigentum stehlen, die Umwelt zerstören und dafür sorgen, dass sich Reichtum noch mehr nach oben verteilt als er es ohnehin schon tut.
Lösch dich.
@Cooler Typ
WORD!!!! Aber sowas von Word!
Cooler Typ indeed.
"Oder zu feige bist, deinen Mut zusammenzunehmen und in der Wohnung laut und schief zu singen, solange, bis du die Töne endlich triffst."
Du solltest aufpassen, wen du hier mit überwindbarer Mutlosigkeit am Ende noch triggerst und dadurch mehrere Menschen mit in den Abgrund ziehst...
*Wieeeeeeeseeeeldiiiieeeseeelllldüdellüüüüü*
Der coole Typ spricht wahr
Danke, Cooli ♥
Ungefähr da kommt auch meine leichte Abneigung gegen Pitch Correction her. Hundert mal besser, wenn man hört, wie jemand Herzblut, Mühe, Spontaneität in ne Performance gelegt hat und es entsprechend "unsauber" klingt, als wenn es perfekt zwecks Samplebarkeit, und es dafür alle komplett kalt lässt. AI könnte ähnlich wie diese Effekte mit dafür sorgen, dass weniger Menschen auf eine sinnliche, spürbare Weise Musik machen - aus sinnloser Ehrfurcht vor Unerreichbarkeit.
Aber okay, nur ein kleiner Randthemenexkurs. Noch malst: Sehr schöner Beitrag!
Entscheidend ist, was man mit neuen Technologien macht. Die Diskussion ist nicht neu, und wurde - seinerzeit zum Glück ohne Internet - zB geführt, als Syntheziser für Jedermann erschwinglichh wurden, und sich "echte" Musiker angefasst fühlten, dass plötzlich "Knöpfchendrücker" erfolgreich Musik produzieren konnten, ohne 20 Semester Musikstudium usw. Klassischen Zeichnern und Grafikern ging es ähnlich, als die ersten Macs in den Werbeagenturen standen, und sich DTP durchsetzte (selbst erlebt). Jetzt jammern viele DTP'ler jenseits der 50 dass das ja mit KI viel leichter geht.
Mit Suno wird zur Zeit unglaublich viel Schrott produziert, völlig uninspiriert und unausgegoren. Dazwischen findet man aber durchaus Perlen, bei denen man erahnen kann, dass da trotz KI ein gewisser Aufwand und ein Konzept dahintersteckt.
Für mich ist KI derzeit eine Möglichkeit, kreative Ideen umzusetzen, bei denen ich früher an meine Grenzen gestoßen bin. Ist die Idee dann weniger wert, weil ich für die Ausgestaltung KI nutze? Keine Ahnung, aber die Diskussion dürfte in den nächsten Jahren spannend werden.
@Cooli: Beim Musik machen geht es um das Musik machen nicht um das Kohle machen. Selten dämlicher Vorschlag auch mit der Kennzeichnungspflicht, wow. Ein Haufen Bürokratie und Neid zur Seite anstatt sich mal gegen Dreckify und Co zu wenden, die massiv mit seelenlosem Müll verdienen (sowohl AI- als auch Human-Slop). Ja wow du hast gelernt Musik zu produzieren cool story wen interessiert es, wenn es dir oder anderen keinen Spaß macht, dann lass es halt, wenn dir Ungerechtigkeit aufstößt, dann reg dich über fucking Daniel Ek auf und jeden, der mit ihm oben an der Spitze ist.
"Für mich ist KI derzeit eine Möglichkeit, kreative Ideen umzusetzen, bei denen ich früher an meine Grenzen gestoßen bin. Ist die Idee dann weniger wert, weil ich für die Ausgestaltung KI nutze? Keine Ahnung, aber die Diskussion dürfte in den nächsten Jahren spannend werden."
Was verstehst du denn unter Ausgestaltung? Ich hatte letztens den Fall, dass ein Ein-Mann-Indie-Entwickler zugegeben hat, dass er die PixelArt-Hintergründe seines Spieles per AI erstellen lässt und dann per Hand nachbearbeitet. Allerdings war die Nachbearbeitung eher nur rudimentär. Stehen bleibt der komplett mit KI erstellte Hintergrund. Ich habe nun Abstand davon genommen, das Spiel erwerben zu wollen.
Zur Zeit erstelle ich ein Multimedia-Projekt aus Comic, Musik und physischen Materialien mit Hilfe von KI. Momentan ein reines Spaßprojekt ohne kommerzielle Absichten, bei dem ich jederzeit klar kommuniziere, was mit KI erzeugt wurde, und was nicht.
@Capsi
Dir ist es tatsächlich unmöglich, dich zivilisiert auszudrücken, wenn Du dir auf den Schlips getreten fühlst, oder?
Sorry, aber völlig egal ob Du nun die Ausführungen von Cooler Typ gut oder scheiße findest, er hat sich die Mühe gemacht und selbst, nicht wie Du mit KI, seinen Standpunkt ausführlich und sachlich dargelegt.
Da wäre zumindest so viel Anstand und Kinderstube angebracht, darauf in einem anständigen Ton und nicht hingerotzt aggro, ohne auch nur ein anständiges Argument, dafür mit persönlichen Angriffen zu antworten. Das ist peinlichste unterste Schublade.
Glaubst Du ernsthaft, dass Dich jemand ernst nimmt, mit solchen Ausfällen?
Lass einfach wieder KI deine Kommentare schreiben, dann fällt nicht ganz so sehr auf, wie dumm und primitiv Du bei genauem Hinsehen abseits Deiner Inselbegabungen in Wahrheit bist.
So, dass musste mal raus und jetzt kannst Du mich wieder zutexten und stalken. Tu Dir keinen Zwang an.
Wenn ich schon höre „in Musik reinvestiert“… auf einen post, der mit „lösch dich“ endet darf ich so antworten.
Und Stalking. Lal. Ich lese hier Beiträge. Gelegentlich auch deine. Und manchmal antworte ich darauf. Trottel.
Mich würde auf jeden Fall Gleeps Meinung zum eigentlichen Thema viel mehr interessieren als die Businessinteressen von cooli und die Erzfeindschaft des Theo.
"Beim Musik machen geht es um das Musik machen nicht um das Kohle machen."
Wenn du Berufsmusiker bist, geht es um beides.
"Ein Haufen Bürokratie und Neid zur Seite anstatt sich mal gegen Dreckify und Co zu wenden"
Ich verstehe nicht, warum es bei dir nur entweder oder sein darf. Man kann doch Suno und Spotify hassen.
"Selten dämlicher Vorschlag auch mit der Kennzeichnungspflicht, wow."
Naja, Tidal hat's eingeführt. Sofern es von denen nicht nur Lippenbekenntnisse sind, finde ich das richtig gut so.
https://www.reddit.com/r/technology/commen…
"Ja wow du hast gelernt Musik zu produzieren cool story wen interessiert es"
Ihn interessiert es, und das reicht ja auch für seinen Standpunkt.
"wenn es dir oder anderen keinen Spaß macht, dann lass es halt"
Er sagte nicht, dass es ihm keinen Spaß macht. Und das mit dem "einfach sein lassen" ist auch nicht so einfach. So oder so rechtfertigt es keine verbrecherischen KI-Taktiken.
"Wenn ich schon höre „in Musik reinvestiert“"
Ja, als Musiker investiert man in Musik, und zwar Zeit, Zeit, Energie, Geld, und Zeit. Das mag dir nicht so vorkommen, macht's aber nicht weniger wahr.
Wenn du Berufsmusiker bist solltest du fair entlohnt werden und ein genauso gutes Leben führen können wie jeder Arzt, jede Programmiererin, jeder Anwalt, jede Kindergärtnerin, jeder Müllmann und jede Professorin. Nicht KI klaut dir die Kohle, die da oben machen das. Unter anderem, wie hier, mit KI. Aber auch mit so vielen anderen Sachen. Fick Tidal, diese Positionierung ist auch nur ein Businessmove und am Ende des Tages profitieren Tidal und deren Investoren.
Klar darfst du auch Suno hassen, aber halt nicht deren Nutzer. Fick Suno, sollte offensichtlich klar sein. Aber niemals „lösch dich“ an deren User.
Ihr könnt alle nur nach unten oder zur Seite treten.
theory9 bruder du darfst nicht so hart sein zu capslokk er ist nur oft agressiv wenn er er postet betrunken aber sonst er ist immer sehr korekte dude
"Ihr könnt alle nur nach unten oder zur Seite treten."
"Klar darfst du auch Suno hassen, aber halt nicht deren Nutzer."
Hass ist vielleicht etwas stark, aber ansonsten: Warum denn nicht? Gerade wenn man das wie Cooli auch explizit in einen antikapitalistischen Kontext stellt und sagt: "Deine Nutzung von Suno fördert destruktive, kapitalistische Dynamiken."
In dem Fall ist es ja offensichtlich sowohl ein Nach-oben- als auch Zur-Seite-Treten. Und ich finde auch nicht, dass Letzteres zwangsläufig tabu sein sollte oder so. Man könnte sogar argumentieren, dass das, da hier eh keine Überreichen rumhampeln, die erfolgsversprechendere Strategie ist, Menschen zu erreichen und Wandel zu erwirken.
Kann man natürlich auch anders sehen und ich weiß ja auch, dass du so ein Handeln, das kapitistische Dynamiken fördert (wie ich es jetzt mal genannt habe) von jemandem, der eher nicht oben in der Hierarchie sitzt, weitaus unproblematischer siehst als z.B. ich und wohl auch Cooli.
Aber deswegen wäre es vielleicht trotzdem sinnvoll zu versuchen die alternativen mentalen und moralischen Frameworks, die andere so mit sich tragen, mit einzubeziehen anstatt einfach zu sagen: "Du darfst nicht..."
Dieser Kommentar wurde vor 9 Tagen durch den Autor entfernt.
"Mich würde auf jeden Fall Gleeps Meinung zum eigentlichen Thema viel mehr interessieren"
Habe ich zur Kenntnis genommen und habe auch ein paar Meinungen zum Thema, die ich hier noch nicht wirklich repräsentiert sehe. Aber muss ich mal gucken, ob ich das zeitig sinnvoll sortiert und zu Papier bekomme.
Ich meinte eher eine Erläuterung deines „-5“ von weiter oben.
Aber zu dem was du jetzt geschrieben hast: Die Nutzung von Suno fördert die destruktive, kapitalistischen Dynamiken nicht, sie ändert höchstens deren Ausprägung. Wir haben nicht weniger Kapitalismus und weniger dadurch verursachtes Leid, wenn wir Suno abschaffen, aber weniger Suno, wenn wir Kapitalismus und dadurch verursachtes Leid abschaffen.
Ich verstehe auch nicht, wie du Coolis Beitrag als „antikapitalistisch“ einordnen kannst. Es ist doch ein innerkapitalistisches Klagen, wenn er sich darüber beschwert, dass andere ihm den Kuchen wegnehmen, in dessen Zubereitung er investiert zu haben meint. Er partizipiert in einem Verteilungskampf und wettert gegen ein Unternehmen aber insbesondere dessen Kunden, weil sie es für ihn als Kunden eines anderen Unternehmen schwerer machen Profit zu generieren. Er labert was von Diebstahl geistigen Eigentums, als ob das Konzept geistigen Eigentums in seiner derzeitigen Implementation kein Mechanismus des Kapitalismus zur Profitgenerierung wäre.
Ja, weiß ich jetzt nicht, was ich dazu groß sagen soll, außer, dass ich das beides halt anders sehe. Und ich denke mal, es macht auch nicht so viel Sinn, die Diskussion bzgl Kapitalismus, die wir anderweitig ja schon einmal hatten, noch einmal aufzuwärmen.
Nur das hier scheint mit argumentativ getrickst:
"Er labert was von Diebstahl geistigen Eigentums, als ob das Konzept geistigen Eigentums in seiner derzeitigen Implementation kein Mechanismus des Kapitalismus zur Profitgenerierung wäre."
Das "in seiner derzeitigen Implementation" erledigt hier mMn unsauber viel Arbeit. Welche Kritiken oder Nicht-Kritiken Cooli am derzeitigen Copyright-System hat und welche Vorstellungen genau er von einer fairen Konzeption von geistigen Eigentum hat, kannst du aus seinem Beitrag doch nur sehr bedingt ableiten. Du machst ihn hier aber trotzdem mehr oder weniger zu einem bedingungslosen Apologeten des derzeitigen Systems.
War schon sehr unnötig, sich an all dem derart aufzuhängen, was du in Coolis Beitrag alles hineingelesen hast, Caps. Das hätte sich umsichtiger und freundlicher klären lassen, inkl. eventueller Missverständnisse - hab null miese Absichten im Beitrag gelesen. Aber ich hab auch weniger dagegen einzuwenden, AUCH den Playern vorzuhalten, auf welche Weise wie sie sich beteiligen, als Du vermutlich
Aber mal zum tatsächlich Diskurswerten in Deiner ersten Antwort:
Stimmt, eine Kennzeichnungspflicht halte ich auch für blöd. Sehe das Alibimaßnahme, die fast null ändert und schnell den Eindruck entstehen lässt, man habe sich ausreichend um "das Problem" gekümmert.
https://www.tagesschau.de/wissen/technolog…
Ich habe in den letzten 40 Jahren grob überschlagen einen mittleren 5-stelligen Betrag für Tonträger ausgegeben, und damit vermutlich mehr destruktive kapitalistische Strukturen gefördert, als mir lieb ist.
An diesen Strukturen wird sich auch nichts ändern, wenn ich jetzt als Freizeitspaß ein paar Songs in Suno bastle. Deswegen werde ich in Zukunft vermutlich nicht eine Schallplatte weniger kaufen, oder ein Konzert weniger besuchen. Macht halt kreative und aufregende Musik, für die man gerne in Tonträger und Tickets investiert. Wer Angst hat, dass seine Kunst in Zukunft durch eine Maschine ersetzt werden könnte, macht vielleicht auch einfach beschissene Musik, die bereits heute so klingt, als wäre sie von einer Maschine erzeugt worden.
Ah, danke für den aktuellen Stand, Gleep!
Ich dachte vor allem an Musikstreaming, worums für mich in erster Linie ging. Und da hat das mit dem Labeln andere Schwierigkeiten, logo. Solange da keine verpflichtende, nervtötende Stimme am Ende jedes Tracks sagt "Dieses Stück wurde mit KI generiert" (oder halt was ähnlich Hörbares), wird das mit dem visuellen Warnhinweis schnell untergehen bei üblichen Hörgewohnheiten über öffentliche Playlists. Das könnte nur ein wenig helfen, wenn man aktiv selbst nach Musik sucht und Filteroptionen braucht...
Nö Ragi, auf einen ad hominem Kommentar, der auf „lösch dich“ endet möchte ich nicht freundlicher reagieren. Und das habe ich da auch nicht reingelesen.
Aber aber... das Ad Hominem ging doch gar nicht gegen dich? Oder hatten Coolio und Du schon an anderer Stelle das Vergnügen bei dem Thema? Nicht, dass es wichtig wäre - aber jetzt bin ich schon etwas neugierig, wo die etwas heftige Breitseite gegen ihn her kommt. Ohne größeren Kontext sehe ich nur, dass Cooli es nicht mag, wenn jemand AI in der Musik für selbstverständlich oder eher problemlos nimmt, bzw. das Erlernen einer Kunst als "Hürde" wahrnimmt...
"Wer Angst hat, dass seine Kunst in Zukunft durch eine Maschine ersetzt werden könnte, macht vielleicht auch einfach beschissene Musik, die bereits heute so klingt, als wäre sie von einer Maschine erzeugt worden."
Absolut!
Auch deine kleine historische Einordnung finde ich sehr hilfreich.
Außerdem haben viele offenbar nicht wirklich verstanden, wie die KI funktioniert. Das ist keine Maschine, die bei gleicher Eingabe das immer gleiche Ergebnis liefert. Laut Aussage im Prozess waren wohl um die 100 Prompts notwendig, damit Suno etwas erzeugt, dass dann in Teilen nach "Forever Young" klingt, und nach den 100 Prompts war das Ergebnis bei 101. Mal nicht identisch zu reproduzieren. Die westliche Musik besteht im Grunde aus 12 Tönen, bestimmten Skalen und vertrauten Akkordfolgen. Wenn ich lange genug zufällige oder gezielte Kombinationen ausprobiere, dann kommt da irgendwann statistisch gesehen immer etwas raus, was jemand anders bereits genauso oder so änlich schonmal verfasst hat.
Wer ein bestehendes KI Modell mit Prompts bombardiert, betreibt kein klassisches "Copy & Paste", sondern bewegt sich in einem riesigen, mathematischen Wahrscheinlichkeitsraum, und provoziert das System solange, bis es genau das tut, was man erzwingen will.
Wenn ein System erst nach 100 Anläufen genau das tut, was man erreichen will, ist das dann noch der Beleg für eine Urheberrechtsverletzung, oder eher der Beweis, dass die KI eben nicht ohne weiteres urheberrechtliche Werke kopiert, zumal das Ergebnis ja offenbar nicht ohne weiteres reproduzierbar ist.
Ich denke, die KI ist mittlerweile so schlau, dass sie sich schon mit Absicht dumm stellt, um so Kommentare als wie von Horst zu provozieren
.
While Suno refused to disclose the dataset used to train its artificial intelligence, a leak was reported in 2026 suggesting stolen content from at least six major music platforms.[23] Youtube scraping was done through proxies from the Israeli company Bright Data.[24] The volume of stolen content is estimated to be a least 370,813 hours long, in addition to roughly 1 million hours of podcasts.[citation needed]
https://en.wikipedia.org/wiki/Suno_%28plat…
Ist schon eine etwas seltsame Grundhaltung, die da so teilweise mitschwingt.
Da will man sich, weil man es selbst nicht kann, oder einfach gerade zu faul ist, am Schaffen anderer bedienen (können) und wenn die das nicht lustig finden, dann verpasst man ihnen den Stempel Kapitalisten, stellt sie in die Ecke und greift sie persönlich an.
"Da will man sich, weil man es selbst nicht kann, oder einfach gerade zu faul ist, am Schaffen anderer bedienen (können) und wenn die das nicht lustig finden, dann verpasst man ihnen den Stempel Kapitalisten, stellt sie in die Ecke und greift sie persönlich an."
Vor dem Hintergrund finde ich es geradezu grotesk, dass "Atemlos" Gegenstand des Verfahrens war. Wenn ich mich recht entsinne, dann hatte Kristina Bach, die Autorin des Stückes, ihrerseits mit Copyrightklagen zu kämpfen, und schwurbelte dann was davon, dass sie sich bei einem "traditionellen irischen Volkslied" bedient habe.
Popmusikindustrie bedient sich seit Jahrzehnten an den immer gleichen Medodiebögen, Akkordfolgen, Grooves und Hooks, um daraus ihre "Hits" zusammenzuzimmern. Popmusik war schon immer Rekombination, Variation, Aneignung und Kopie mit ausreichend Mimikri.
Jetzt macht eine Maschine das selbe, nur halt schneller, billiger und niederschwelliger. Klar, dass die Industrie ihr hergebrachtes Geschäftsmodell verteidigen will. Das war schon immer so.
Davon abgesehen gab es jammernde Berufsmusiker, die sich über den Erfolg von Betrügern, die mit einfachsten Mitteln Songs kreieren und damit stinkreich werden, doch schon immer. Nach dem Motto: ich bin ein verkanntes Genie, weiß alles über Musiktheorie, habe tausende Stunden in einen einzelnen Song investiert und möchte dementsprechend bezahlt werden. Läuft eben so nicht in dem business bzw. im derzeitigen System.
Deswegen sollte man ja auch nie etwas im Kapitalismus investieren. Wie dumm sind die eigentlich Alle?
"Beim Musik machen geht es um das Musik machen nicht um das Kohle machen. Selten dämlicher Vorschlag auch mit der Kennzeichnungspflicht, wow. Ein Haufen Bürokratie und Neid zur Seite anstatt sich mal gegen Dreckify und Co zu wenden, die massiv mit seelenlosem Müll verdienen (sowohl AI- als auch Human-Slop). Ja wow du hast gelernt Musik zu produzieren cool story wen interessiert es, wenn es dir oder anderen keinen Spaß macht, dann lass es halt, wenn dir Ungerechtigkeit aufstößt, dann reg dich über fucking Daniel Ek auf und jeden, der mit ihm oben an der Spitze ist."
Wo habe ich in meinem Beitrag gesagt, dass Musik allein dafür da ist, um Kohle zu machen? Es geht hier um Gerechtigkeit und Fairness. Und um Menschen, die solche Tools zum Erstellen ganzer Songs benutzen und dann hochladen, als wäre es richtige Musik und eben nicht das Produkt einer Maschine, die auf Basis von gestohlenen Daten und Wahrscheinlichkeitsberechnungen besagte Songs generiert. Die sollten meiner Meinung nach nicht genauso viel verdienen wie Personen, die sich wirklich von vorne bis hinten hinsetzen. Ähnliche Mechanismen hat man ja auch bei den ganzen Produktionsketten, die heutzutage im Hip-Hop präsent sind. Je mehr du selbst machst, umso mehr Anteile hast du. Wenn eine Maschine die ganze Arbeit macht, hast du auch nicht 100% der Einnahmen verdient. Eigentlich gar nichts.
Der Kernthese von Jaspoar war, dass KI Hürden abschaffe, und darauf bin ich eingegangen. Und ich habe explizit Dinge aufgezählt, weshalb KI-Tools an sich grundsätzlich schlecht insgesamt für die gesamte Gesellschaft sind und du schiebst es auf die Streaming-Plattformen? Woher du auf einmal die Annahme nimmst, dass ich unkritisch gegenüber Spotify und anderen Streaming-Anbietern stehe, ist für mich nicht nachzuvollziehen. Das klingt für mich gerade eher nach Whataboutismus. Ich habe wegen diesem KI-Scheiß Spotify sogar deabonniert und bin jetzt gerade bei Tidal, die seit Juli KI-Content kennzeichnen, wenn du es genau wissen willst. Tropfen auf dem heißen Stein, ich weiß. Aber grundsätzlich ist die Art und Weise, wie du als Independent-Künstler für Streams bezahlt wirst gegenüber Major-Releases komplett unfair. Das ist aber auch ein komplett anderes Thema, was hier den Rahmen sprengen würde.
"Ich verstehe auch nicht, wie du Coolis Beitrag als 'antikapitalistisch' einordnen kannst. Es ist doch ein innerkapitalistisches Klagen, wenn er sich darüber beschwert, dass andere ihm den Kuchen wegnehmen, in dessen Zubereitung er investiert zu haben meint. Er partizipiert in einem Verteilungskampf und wettert gegen ein Unternehmen aber insbesondere dessen Kunden, weil sie es für ihn als Kunden eines anderen Unternehmen schwerer machen Profit zu generieren. Er labert was von Diebstahl geistigen Eigentums, als ob das Konzept geistigen Eigentums in seiner derzeitigen Implementation kein Mechanismus des Kapitalismus zur Profitgenerierung wäre."
Was ist das denn für ein resignierender, nihilistischer Take? "Ja, CoolerTyp ist ja eh kein erfolgreicher Musiker, deswegen darf er sich nicht beschweren, wenn ein System, was ohnehin schon gegen ihn aufgebaut wurde, noch beschissener wird"? Ich lese da ehrlich gesagt nur ein "Wenn Kapitalismus blöd warum iPhone?" in anderer Form heraus. Oder ein eben Verständnis von Kunst, das vorsieht, dass nur bestimmte, privilegierte, "gute" Profi-Künstler Geld verdienen dürfen. Der Rest muss alles umsonst machen, bis er sich bewiesen hat? Fänd ich ehrlich gesagt von jemanden, der jahrelang auf einer Musik-Plattform kommentiert, sehr schwach.
Und Tone Policing von dir wegen einem "Lösch dich."? Caps bitte, ich habe über die Jahre etliche Kommentare von dir gelesen und da waren auch schon emotionalere Sachen bei.
@Mubasi
Ja, Menschen die sich über betrügerische Taktiken beschweren gab's schon immer. Lass mal diese Menschen blamen anstatt die Betrüger.
Dullis wie du verdienen den Musik AI-Slop. An deinem Ende scheint's jedenfalls keine große Rolle zu spielen...
Ich vermute mal, wir erleben hier das Spannungsverhältnis zwischen eigener Ethik und dem nachvollziehbaren Wunsch nach einer gewissen Anerkennung, die sich leider auch in der Vergütung eines Künstlers widerspiegelt. Darf jemand, der Musik liebt einen Anspruch auf Bezahlung erheben? Ist eine KI befugt, etwas zu produzieren, sodenn es denn auch möglich ist? Ich würde das alles mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten: ist das Lernen eines Instruments nicht auch eine Art Hilfestellung, die das ganze bereits verzerrt? Können wir Menschen uns so scharf von der KI trennen, die wir selbst erzeugt haben, während wir zusätzlich Menschen mit handgemachter Musik im Hintergrund dazu Jahrzehnte lang vermutlich anstachelten? Ich würde als betroffener Künstler einfach mal kurz in mich gehen, tief einatmen und mir folgende Frage stellen: "Möchte ich das, was gerade ist?". Beantworte ich diese Frage mit nein, muss ich die Gegebenheiten akzeptieren und ziehen lassen. Natürlich kann ich auch den Kampf annehmen und meine Musik mit einer persönlichen Duftmarke ausstatten, sodass sie neben einer KI bestehen kann. Aber eines müssen wir sehen: Genau wie sich viele schon über die E-Instrumente beschwert haben, beispielsweise die Pan-Flöten-Instrumentalisten, beschweren sich heute die E-Musiker über die Ki. Das ist schon ein Punkt, den man nicht wegdenken kann.
Ich gönne jedem Künstler alles, also fast jedem, und habe wie gesagt auch bereits ordentlich Kohle in Tonträger, Tickets und Merch versenkt im Laufe meines Lebens. Ich sehe jetzt auch nicht, wie KI eine Konkurrenz zu ernstzunehmenden Künstler*innen darstellen soll. Was die Verdienstmöglichkeiten für nischige Musik angeht, waren vermutlich Filesharing und Streaming größere Einschnitte, da diese die bis dahin vorherrschende Einnahmequelle - Tonträger - für Musiker*innen quasi über Nacht nahezu vernichtet haben.
Mit KI kann jetzt jeder HansFranz Musik erstellen, auch ohne ein Instrument zu beherrschen? Und jetzt? Die werden damit aber nie live auftreten können , was heutzutage meines Wissens nach eher die Hauteinnahmequelle für Musiker*innen darstellt.
Es geht der Industrie hier wohl darum, eine Konkurrenz auszuschalten, wenn es um den Massenmarkt mit billiger Gebrauchsmusik geht, die sich an Menschen richtet, die "das was gerade im Radio läuft" angeben, wenn sie nach ihrem Musikgeschmack gefragt werden. Denen ist es nämlich schon heute egal, wer diese Liedchen zusammenkumpfert.
Dabei kann mir außerdem keiner erzählen, dass die Produzenten von billiger Bumsmusik nicht auch schon längst KI einsetzen, um zB Ballermannschlager auf den Markt zu werfen.
@Schwingster. Nimm deine Tabletten und leg dich wieder hin.
Die entscheidende Frage ist doch, was bedeutet "KI" eigentlich? Wir haben sie selbst erzeugt, also sind wir sie auch. Schauen wir uns nochmal Grönemeyers Position dazu an:
"Das Firmament hat geöffnet
Wolkenlos und ozeanblau
Telefon, Gas, Elektrik
Unbezahlt, und das geht auch."
Entscheidend ist hier das Wörtchen "auch". Der Mensch fühlt, kämpft, liebt und erzählt nicht obwohl es eine KI gibt, sondern weil er eben die KI auch ist. Wir müssen das in seiner Essenz endlich begreifen: KI existiert nicht neben dem Menschen, sie ist Teil des Menschen. Wenn wir also KI-Musik kritisieren, überwantworten wir uns selbst und miss-verstehen damit Kunst.
Das was Horst sagt. Zu 100%.
Aha, Künstler, die Erfolg und Geld haben, sollen nicht jammern, denn das sind Kapitalisten und Künstler, die mit ihrer Kunst nicht die dicke Kohle machen, sind eh irrellevant und deshalb ist es okay, sich an dem jeweiligen fremden geistigen Eigentum (von erfolgreich und nicht erfolgreich) zu bedienen.
Sehr interessante, extrem egoistische und komplett respektlose Grundhaltung, die sich als Kapitalismuskritik zu tarnen versucht, dabei aber auch die bestiehlt, die noch nicht einmal echter Teil dieses Kapitalismus sind.
Scheinheiliger geht eigentlich kaum noch.
Naja, für Künstler, die mit Platten nix mehr verdienen, und denen das Tourleben mit zunehmendem Alter zu anstrengend wird, könnte es schon eine zusätzliche Einnahmequelle sein, wenn KI-Firmen in Zukunft blechen müssen, wenn sie ihre Modelle mit bestehender Musik trainieren wollen. Darum wird es auch im Kern gehen, und nicht darum, ob sich irgendein Nerd mit zuviel Zeit mit 100 Prompts etwas baut, das nach Forever Young oder Atemlos klingt. Das irgendwie gewinnbringend zu vermarkten, und damit Marian Gold oder Helene Fischer in eine Suppenküche zu treiben, dürfte eh unmöglich sein.
Ich als Hobbymusiker war zunächst skeptisch, was AI-generierte Musik angeht - bis ich die Funk Maiden-Versionen auf Youtube gehört habe, die mich wirklich gehittet haben.
Keine Funkband der Welt wird jemals ein Iron Maiden Album in diesem Genre und in dieser Qualität covern oder auch auch nur veröffentlichen können. Absolut niemandem ist damit geschadet, weil auch Maiden selbst dadurch nicht eine einzige Platte weniger verkaufen werden, wie ich zu behaupten wage.
"Aces High" zum Beispiel, schon von Maiden selbst ein recht guter Song, gefällt mir in dem Fall als Funkversion überraschenderweise noch besser als das Original.
Sehr differenzierter Beitrag, der endlich auch mal die andere Saite aufzeigt, ohne gleich zu urteilen und die KI/AI rücksichtslos damit in eine Schublade zu stecken. Der Diskurs entwickelt sich noch gerade, denke ich.
@DasBrot
Verstehe schon was du meinst.
Maiden nimmt man garantiert nichts weg, wenn man aus einem der Songs ne Funkversion oder ne Schunkelpolka bastelt.
Und wenn dir das dann mehr taugt, ist das natürlich ok.
Bin aber schon gespannt, ob sich Kellerbands zukünftig überhaupt noch entwickeln. Anfangs klingt man ja auf keinen Fall so perfekt wie so‘n KI-Song. Egal welchen Genres. Wird dann überhaupt noch jemand einer Band, die erst im entstehen ist, eine Chance geben? Es gibt natürlich schon auch Hörer, die es roh und unperfekt mögen.
Aber die sind sicher in der Minderheit.
Und ich denke, Bands wie Dead Moon oder Wipers könnten gar nicht mehr entstehen.
Mir persönlich macht es auch mehr Spaß, mit netten Leuten Musik zu machen, als alleine vor der Kiste an Musik zu schrauben. Aber dazu muss man natürlich auch die Möglichkeit haben. Schon klar.
Als Fan werfe ich noch einen weiteren Aspekt in den Hut: Live Konzerte. Musik besteht für mich - und viele andere - zu einem großen Teil darin, die verehrten Künstler auch live sehen zu können. Ein KI-Projekt kann man aber nunmal nicht live sehen, egal wie toll oder perfekt das Ergebnis klingen mag. Live-Konzerte sind aber heute schon das, womit die Bands am ehesten Einnahmen generieren, und das kann eine KI nicht ersetzen. Das gilt für die großen Stars genauso wie die kleine Nischen-Band, die gerade erst angefangen hat.
Dieser Kommentar wurde vor 7 Tagen durch den Autor entfernt.
Tut mir Leid, aber dieses "X wird dadurch keine Platte weniger verkaufen" ist doch gerade im Streamingzeitalter plattes Wunschdenken. Ganz offensichtlich kannst du in jeder Minute, in der du Suno Song Y hörst, keine Musik von einer Bioband hören. (Woher du die Annahme, dass eine Funkband nie (gut) Maiden covern wird, nimmst verstehe ich auch nicht. Ist aber nebensächlich) Weiß auch nicht, wie die Preisstaffelung von Suno momentan aussieht, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass die das typische "mit kostenlosen/günstigen Angeboten eine Userbase anfixen und später durch Preiserhöhungen Profit machen"-Modell fahren. Man kann also auch davon ausgehen, dass da früher oder später ganz direkt finanzielle Resourcen in Konkurrenz stehen.
Man kann das ja alles schön und unterhaltsam finden und wasweißich. Aber sich die unangenehmen Widersprüche wegreden muss halt wirklich auch nicht sein.
"Ein KI-Projekt kann man aber nunmal nicht live sehen, egal wie toll oder perfekt das Ergebnis klingen mag."
Gehe ich auch nicht wirklich mit. Gibt doch jetzt schon zig Playback Acts, Hatsune Miku und alles Mögliche. Und du hast ja auch schon in den Raum geworfen, dass die KI inzwischen ganz authentisch klingende Live-Versionen erzeugen kann. 100% wird es KI-Acts geben, die auch irgendeine Form von Live-Event anbieten werden.
"Man kann also auch davon ausgehen, dass da früher oder später ganz direkt finanzielle Resourcen in Konkurrenz stehen."
Tjoa, so ist das im Kapitalismus nunmal, wobei wir wieder beim Ausgangspunkt der ganzen Diskussion wären.
"Gehe ich auch nicht wirklich mit. Gibt doch jetzt schon zig Playback Acts, Hatsune Miku und alles Mögliche. Und du hast ja auch schon in den Raum geworfen, dass die KI inzwischen ganz authentisch klingende Live-Versionen erzeugen kann. 100% wird es KI-Acts geben, die auch irgendeine Form von Live-Event anbieten werden."
Okay, ich baue mit Suno vornehmlich Punk-, Harcore- und Indie-Gedöns. Klar kann man halbwegs authentische Stücke bauen, die nach Live-Show klingen, aber wollte ich diese 1:1 auf eine Bühne bringen, dann müsste ich mir Leute suchen, die das spielen können und wollen. In dem Moment würden dann aber auch wieder "echte" Musiker damit Einnahmen durch Ticketverkäufe generieren.
Playback-Shows gibt es in manchen Genres schon seit 60 Jahren, und offenbar gab und gibt es dafür ein Publikum. Das ist dann allerdings eine eher unkritische Masse, die sich damit abspeisen lässt, und findet eher in Genres statt, die ohnehin vom künstlerischen Wert eher zweifelhaft sind.
Dass sich jetzt 50.000 Leute, die zB zu den Hosen oder Maiden gehen mit einer Hologram- oder einer Playback-Show zufrieden geben, sehe ich eher nicht.
Sollten natürlich kommende Generationen sich neue Arten der Performance-Art basteln, die aus einer Mischung von KI-Gedöns und echten Menschen besteht, dann soll das halt so sein. Wird mich eh nicht mehr betreffen, so rein altersbedingt.
Dieser Kommentar wurde vor 7 Tagen durch den Autor entfernt.
Ja, dass du das hauptsächlich danach aufziehst, was es für dich bedeutet und was es dir bringt, ist schon recht offensichtlich. Kann man natürlich so machen. Find ich halt ziemlich lahm.
@Horst71:
"Klar kann man halbwegs authentische Stücke bauen, die nach Live-Show klingen, aber wollte ich diese 1:1 auf eine Bühne bringen, dann müsste ich mir Leute suchen, die das spielen können und wollen."
Muttu ja nicht. "ABBA Voyage". Kein Live-Musik, kein Live-Gesang - zieht Publikum. Check.
"Sollten natürlich kommende Generationen sich neue Arten der Performance-Art basteln, die aus einer Mischung von KI-Gedöns und echten Menschen besteht, dann soll das halt so sein."
Na ja, aber sind wir alten Säcke mal ehrlich - es wird doch ohnehin schon so viel bei Tonaufnahmen bei Downloads oder bei Tonspuren in Videos oder Clips getrickst, daß ich keine Lust mehr darauf habe, die Live-Qualitäten zu überprüfen. Heißt: ich weiß gar nicht, ob die kommenden Generationen überhaupt noch wissen werden, daß nicht glattgebügelte Sachen auch gut klingen können, weil - Charakter.
Gruß
Skywise
"Ja, dass du das hauptsächlich danach aufziehst, was es für dich bedeutet und was es dir bringt, ist schon recht offensichtlich. Kann man natürlich so machen. Find ich halt ziemlich lahm."
Ist aber erstmal so. Ich habe es miterlebt, dass Schallplattenalleinunterhalter in Stadien abgefeiert werden, wie Rocktars, weil sie an einem Mischpult stehen und, naja, Platten auflegen. Das hat viele Menschen meiner Genration nachhaltig verstört, die eben auf Verstärkertürme und schwitzende Menschen an "echten" Instrumenten stehen. Die Welt ist davon nicht untergegangen. Jede Generation findet für sich einen Weg, wie sie Musik hören und in der Gemeinschaft erleben will. Ich kann mich jetzt darüber aufregen, oder es einfach sein lassen, und weiter in meiner Dachkammer Vinylscheiben hören sowie - so lange es geht - zu Radau-Kapellen in schummrigen Live-Clubs gehen. KI ist in der Welt, und sie wird die Musik genauso beeinflußen, wie es die E-Gitarre, der Sytheziser, MIDI, Autotune, DAW, Sampling usw. usf. getan hat.
Nicht immer alles so negativ sehen. Möglicherweise entstehen durch diese Technologie ganz neue Ausdrucks- und Kunstformen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Es wird aber sein, wie immer. Wer es drauf hat, macht aus neuer Technik Kunst, wer es nicht drauf hat, macht Schrott.
Capslock hat die entscheidende Debatte schon angestoßen. Der Kapitalismus filtert Technologie durch die Brille des Nutzwerts und des Preises. Wenn die breite Masse der Konsumenten KI-Musik akzeptiert oder deren Einsatz in Medien passiv toleriert, wird die Nachfrage den Markt unweigerlich dominieren. Die Technologie setzt sich also nicht von selbst durch, sondern durch die ökonomische Entscheidung derer, die sie bezahlen.
@Doc
Genial beschrieben.
„ Wenn die breite Masse der Konsumenten KI-Musik akzeptiert oder deren Einsatz in Medien passiv toleriert, wird die Nachfrage den Markt unweigerlich dominieren.“
… dann bin ich mir fast zu 100% sicher, dass KI-Musik bald den Markt dominieren wird.
KI wird Teil des musikalischen Produktionsprozesses sein. Don't hate the player, hate the game.
@giz:
Ganz üble Unart von dir, Mubasi "Doc" zu nennen. Ich frage mich jedes Mal, welchen soulburn-Beitrag ich denn jetzt schon wieder überlesen habe.
Im Hause Spotify geht man mit dem Thema KI derweil ganz anders um: https://www.horizont.net/medien/nachrichte…
Neben Funktionen wie KI-generierte Playlists und personalisierten Audioformaten plant Spotify ein kostenpflichtiges KI-Werkzeug, mit dem Premium-Nutzer direkt auf der Plattform Coverversionen und Remixe bestehender Songs generieren können.
Erstmal betrifft das wohl nur Werke teilnehmender Künstler und Songwriter von Universal Music; diese müssen auch zustimmen und sollen dazu genannt und auch vergütet werden.
Ich stelle mir gerade die Frage, ob KI bereits jetzt künstlerisch wertvollen Black Metal so produzieren kann, dass selbst die erfahrensten Kauze dies nicht mehr von einer echten Band unterscheiden können.
Ein Schnörksel-Logo stellt ja schon lange kein Problem mehr dar. Und eine Band dazu nebst truem Albumcover auch nicht.
Überprüfen kann man das schwer, da viele BM Projekte niemals live auftreten bzw. nur aus einem Bandmitglied bestehen.
Erfasst mich dann das Milli Vanilli Syndrom, wenn ich eines Tages bemerke, dass ich vorgeführt wurde?
Das macht mir Angst.
Die Antwort ist: Ja!
If you tolerate this, …