Porträt

laut.de-Biographie

Fred Again..

Fred again.. war lange der Mann hinter den Hits anderer. Dann begann er, Sprachnachrichten, Samples und persönliche Erinnerungen in elektronische Musik zu verwandeln und wurde damit selbst zu einem der bekanntesten Namen des Genres.

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Fred Again.., bürgerlich Frederick John Philip Gibson, wird 1993 in Balham im Süden Londons geboren. Er stammt aus einer Familie mit mehreren Adelstiteln und besuchte zudem eine der renommiertesten Privatschulen Großbritanniens. Dort lernt er früh einige klassische Instrumente. Der entscheidende Kontakt kommt allerdings nicht aus dem Schulunterricht: Mit 16 landet Gibson in einer A-cappella-Gruppe im Haus von Brian Eno. Dieser erkennt Fred Agains Talent sofort: "When I first worked with Fred, I could see he was brilliant. It's very clear he is a very, very sensitive and good artist..." Der Ambient-Pionier wird zu einer Art Mentor. Schon verrückt wenn dein Lehrer, ausgerechnet jemand ist, der ein ganzes Genre "erfunden" hat. Wenig später arbeitet Gibson mit Eno und Underworlds Karl Hyde an deren Alben "Someday World" und "High Life".

In den folgenden Jahren bleibt Gibson zunächst weitgehend hinter den Kulissen. Unter dem Namen FRED beziehungsweise als Fred Gibson schreibt und produziert er für ein erstaunlich breites Spektrum an Acts: darunter Ed Sheeran, Stormzy, Charli XCX, Rita Ora, Little Mix und BTS. 2019 ist er an zwölf britischen Top-40-Singles beteiligt und wirkt als Songwriter oder Produzent an rund 30 Prozent der britischen Nummer-eins-Singles dieses Jahres mit.

Ab 2019 beginnt Gibson mit "Actual Life" ein eigenes musikalisches Tagebuch. Statt klassischer Songwriting-Strukturen baut er Tracks aus Sprachnachrichten, Instagram-Clips, Samples und Aufnahmen aus seinem persönlichen Umfeld. "Actual Life (April 14 – December 17 2020)" erscheint 2021, gefolgt von "Actual Life 2" und "Actual Life 3". Die Musik klingt gleichzeitig intim und clubtauglich: kleine persönliche Momente treffen auf euphorische Dance-Produktionen. Ausgerechnet während der Pandemie, als soziale Nähe plötzlich fehlt, entwickelt sich daraus ein Sound, in dem sich erstaunlich viele Menschen wiederfinden.

Der große Durchbruch folgt 2022. Ein Boiler-Room-Set in London wird zum viralen Ereignis, während Tracks wie "Marea (We’ve Lost Dancing)" und "Turn On The Lights again.." mit Swedish House Mafia und Future, Fred again.. endgültig aus der Produzenten-Ecke ins Zentrum der elektronischen Musik katapultieren. Seine Liveshows werden fast ebenso wichtig wie die Veröffentlichungen, ausverkauft in Minuten.

Fred Again.. - Ten Days
Fred Again.. Ten Days
Mehr als nur Untermalung für Rooftop-Partys.
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2023 kehrt er mit "Secret Life" noch einmal zu seinen Wurzeln zurück und veröffentlicht gemeinsam mit Brian Eno ein deutlich reduzierteres, ambienteres Album. Danach folgt "Ten Days" 2024: Zehn Songs erzählen von zehn Tagen und verbinden persönliche Aufnahmen mit prominenten Gästen wie Sampha, Anderson .Paak, Skrillex und Emmylou Harris.

Parallel dazu wächst mit "USB" ein zweites, bewusst offeneres Projekt heran, das weniger wie ein abgeschlossenes Album als wie eine ständig weiterlaufende Sammlung neuer Tracks funktioniert. Mit USB002 setzt Gibson diese Idee 2025 fort. 2026 arbeitet Fred again.. mit den drei Brüdern von Latin Mafia an "9 months & 50 hours". Das Besondere: Das Album entsteht nicht im Verborgenen, sondern innerhalb eines 50-stündigen Livestreams, von ersten Ideen bis zu fertigen Songs können die Zuschauer den gesamten Entstehungsprozess mitverfolgen.

Fred again.. ist damit längst mehr als der Produzent hinter den Hits anderer Leute. Seine größte Stärke liegt vielleicht darin, aus völlig unspektakulären Dingen – einer Sprachnachricht, einem zufälligen Video, einem Satz von Freunden – Musik zu bauen, die plötzlich nach kollektivem Erlebnis klingt. Der privilegierte Startpunkt seiner Karriere bleibt Teil der Geschichte. Sein Aufstieg zu einem der bekanntesten Namen der elektronischen Musik lässt sich damit allein aber nicht erklären.

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Fred Again.. - Ten Days: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2024 Ten Days

Kritik von Florian Düker

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