Rudi Schuricke - Capri-Fischer
Danach: Höchste Zeit für ein bisschen Kriegspropaganda. Um die Moral der in der Mittelmeerregion stationierten deutschen Truppen und der Zurückgebliebenen an der Heimatfront zu stärken, wurde zu Beginn der 1940er Jahre nach Italienromantik in Liedform verlangt. Gerhard Winkler komponierte daraufhin 1941 die "Capri-Fischer", Ralph Maria Siegel (ja, der Vater von Mr. ESC Ralph Siegel) lieferte den Text dazu. Magda Hain, mit dem wenig schmeichelhaften Beinamen "die singende Hausfrau" bedacht, sang eine erste Version ein, die bekanntere stammt von Rudi Schuricke aus dem Jahr 1943.
Inzwischen war allerdings Zeit verstrichen, der Krieg hatte seinen Lauf genommen. Im Juli 1943 landeten die Alliierten auf Sizilien, Mussolini wurde noch im selben Monat gestürzt. Heimelige Italien-Sehnsucht schien im Reich plötzlich nicht mehr en vogue, das Lied wurde im deutschen Rundfunk fortan nicht mehr gespielt, die Schallplattenverkäufe brachen ein.
Den wahren Boom erlebte die Nummer erst nach Kriegsende. Die deutsche Italien-Sehnsucht trieb frische Blüten, und der Aufschwung der Wirtschaftswunderjahre bescherte den Teutonen die Mittel, sich diese sagenumwobene rote Sonne, die bleiche Mondsichel und den Lichterschein auf dem Meer nun auch mit eigenen Augen anzuschauen. Das Lied avancierte zum Evergreen, unzähliche andere Künstler*innen von Peter Kraus bis Abwärts versuchten sich an eigenen Interpretationen. Die absolut weltbeste Verwendung fand es jedoch hier, im Kakerlakofon:
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