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Vom Rapper zum Tischler

Schon etliche Zwiebeln müsste ich schneiden, damit mir der angekündigte Eintritt von Prinz Pi in die Rap-Rente eine Träne entlocken könnte. Trotzdem, bei aller herzlichen Antipathie: Im Interview mit dem Stern, das ich jetzt erst gelesen habe, hat er unlängst eigentlich lauter nachvollziehbare Sachen gesagt.

Er thematisiert da die schwierigen finanziellen Bedingungen, unter denen kleine bis mittelgroße Künstler*innen zu leiden haben, teilt seine Bedenken darüber, wie Algorithmen die Aufmerksamkeitsspannen immer weiter verkürzen und was das einerseits bei der Kunst, andererseits in der Entwicklung von Kindern anrichtet, die in einer zunehmend hektischen Welt aufwachsen müssen. Zudem macht er sich Gedanken über Rollenklischees und Frauenbilder, die die nächste Generation vermittelt bekommt: lobenswert.

Dass Pi nun Erfüllung darin findet, etwas wirklich sehr Handfestes zu tun, kann ich tatsächlich gut verstehen: "Neulich wurde ich auf dem Wertstoffhof nicht als Musiker erkannt, sondern als der Typ, der coole Schränke baut. Das war ein neues, schönes Gefühl."

Ich wünsche Pi also wirklich alles Gute für seinen Neustart als Tischler. Bevor er im Möbelbau allerdings so richtig durchstartet, gibts im Oktober noch eine Abschiedstournee:


Joah. Irgendwie glaube ich trotzdem erst dran, dass jemand wirklich seinen Hut nimmt, wenn er danach auch nachhaltig wegbleibt. So auffällig angekündigte Bühnenabschiede riechen für mich immer irgendwie nach vorprogrammiertem "großen Comeback". Wir werden sehen.

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