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Schnüff.

Die traurigste Nachricht zum Schluss, sie ist schon ein paar Tage alt, aber für mich ist sie noch immer sehr präsent: Sensational lebt nicht mehr. Die Nachricht von seinem Tod ereilte mich vergangene Woche, in Form eines Postings von The Bug:


"Die Großen des Hip-Hops schätzten ihn sehr", betitelte die taz seinen Nachruf, was eigentlich schon deutlich macht, dass das hier eher in die Kategorie "your favorite artist's favorite artist" fällt. Oder unter "Nischeninterest". Für die breite Masse war nix, was dieser Mann zu bieten hatte. Viel zu sperrig, verrauscht, experimentell, absichtlich-anti-Hochglanz war sein Zeug. Scheiße, ich habs wirklich gemocht.

Dass er sein Debütalbum "Loaded With Power" seinerzeit statt über ein Mic über einen umgepolten schrottigen Walkman-Kopfhörer eingerappt hat, konnte man zwar hören. Ich hatte es trotzdem für eine urbane Legende gehalten, bis zu einem Abend, es muss so um 1998, '99 rum gewesen sein. Wir hatten Techno Animal, Spectre, Panacea und eben Sensational zu Gast. Ein bekloppt überdimensioniertes Line-Up für die Cafeteria der Uni in Konstanz, wenn man mal drüber nachdenkt. Was wir seinerzeit zum Glück nicht gemacht haben, wir haben lieber einfach schwungvoll Geld verbrannt.

Es war auf jeden Fall eine der ersten Shows, die ich mitveranstaltet hatte, die Handvoll Leute, die sich DAS damals gegeben haben, werden sich erinnern. Da machte dieser spleenige Typ das nämlich auch bei seinem Liveauftritt: Ein Mic? Wozu? Er hatte diesen schwindligen Kopfhörer, es klang scheißeräudig und passte genau deswegen perfekt in den roughen Sound.

Eine völlig wahnwitzige Nacht war das, und sicher nicht ganz unschuldig daran, dass ich geworden bin, was ich geworden bin, statt, wie der Vatter von DJ Koze mal sagte, "Biologe oder so ein Quatsch". Es war verdammt knapp.

Danke, Colin.
Ruhe sanft.

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